|
Das große Grundstück, auf dem heute das Gasthaus "Zum goldenen Lamm" steht, hatte schon in frühesten Jahrhunderten, so lange Stein steht, seine Bedeutung. Es ist von außen her gezählt, also vom früheren Kirchtor her, die sechste Siedlungsstätte, die im allernächsten Umkreis des Schlosses und unter dessen allernächstem Schutz erbaut worden waren. Von rechtswegen müssen wir aber vom Schloß aus zählen und das Grundstück des Gasthauses zum Lamm als die erste Siedlungsstätte auf der Westseite des Schlosses bezeichnen, welche vor etwa tausend Jahren von den ältesten Bewohnern des Dorfes Stein zum Bau eines Hauses gesucht wurde. Denn damals stand weder das Rathaus noch das spätere Forsthaus. Über den großen Platz floß der Waidelsbach, in den der Mühlbach einmündete und dahinter zog sich die mächtige äußere Umfassungsmauer des Schlosses, noch besonders geschützt durch einen fünf Meter breiten und tiefen Graben, über den die Zugbrücke der einzige Weg war zum Schloß selbst.
In solcher Nachbarschaft lag das Grundstück des heutigen Gasthauses "Zum goldenen Lamm". Dort wohnte als Eigentümer des Anwesens vor 1521 der Großbauer Dominikus Lukas von Stein, "zwischen dem Burggraben und dem Kelterplan". Der fünf Meter breite Burg- graben(aber jetzt aufgefüllt) zieht heute noch hinter dem Anwesen hin und bildet jetzt den Weg zur Kelter. Dominikus Lukas starb vor 1521 und hinterließ der Witwe den großen Hof. Sie verließ Stein wohl infolge des Bauernkrieges. Über das Schicksal des Anwesens im Dreißigjähringen Krieg und den Kriegen danach liegt ein Dunkel. Nach dem Krieg legt Jakob Maurer seine Hand auf das Gut. Vielleicht hat auch schon sein Bruder Hans Maurer, der 1664 zuerst von Niedereggenen hier einwanderte, hier heiratete und 1680 starb, nach diesem Anwesen getrachtet. Als Jakob Maurer mit seiner alten Mutter, die 1678 hier starb, hier seinen Einzug hielt, bei dem Küfer Georg Wenz als Geselle gearbeitet und seine Frau gefunden, kaufte er das Anwesen und 1706 steht schon wieder Haus, Scheuer und Stallung dort. Das heutige Rathaus, das etwa 1550 erbaut wurde, wird schon 1568 und dann wieder 1706 als Nachbar genannt. 1706 ist auch erstmals von dem "Röhrbrunnen auf dem Marktplatz" die Rede. 1718 steht das Anwesen auf dem Namen von Jung Jakob Maurer, des Sohnes von Jakob Maurer, und im Jahre 1721 findet sich zum ersten Mal Jakob Maurer als Lammwirt bezeichnet. Vorher, ab 1717, hatte er das Gasthaus zum Löwen. Im Jahr 1731 ist auch im Lagerbuch das Haus als "Gastherberg zum Lamm" bezeichnet.
Im Jahre 1981 konnte das "Lamm" auf ein zweihundertfünfzigjähriges Bestehen als Gasthaus zurückblicken. 1903 ging das "Lamm" an Christian Gassenmaier, der zusammen mit seiner Frau Karoline, geb. Britsch, 26 Jahre dem Betrieb vorstand. Dann kaufte ihn1929 der Metzgermeister Adolf Britsch. Mit seiner Frau Mina, geborene Kunzmann, führte er das Geschäft 33 Jahre. Seit 1962 steht es auf den Namen seines Sohnes Adolf Britsch und dessen Ehefrau Else Marie, geb. Dingler, von Göbrichen.
Durch mehrfache Renovationen und durch den Bau eines neuzeitlichen Kühl- und Schlachthauses ist der Betrieb auf einen modernen Stand gebracht und wird von Einheimischen und Fremden gern besucht.
Am 1. September 1975 verstarb Adolf Britsch jr. Danach führte seine Ehefrau Else Britsch den Betrieb weiter.
Am 1. Januar 1982 übergab sie den Betrieb an ihren Sohn, Metzgermeister Günter Britsch. Im September 2003 wurde Britsch Gaststätten GmbH ins Leben gerufen. Günter Britsch mit Ehefrau Sylwia Britsch, geb. Kazimierczuk, Karol Kazimierczuk mit Partner Tobias Dreier, sind heute Gastgeber im "Lamm".
|